Gluon 2023.2 – Wichtige Neuerungen & Hinweise

Wichtige Hinweise

  • Du kannst nur von Gluon-Versionen ab 2022.1 oder höher auf 2023.2 und spätere Versionen upgraden. Frühere Versionen werden nicht unterstützt, da internere Migrationen entfernt wurden.
  • Das VPN-System Tunneldigger wird in künftigen Gluon-Versionen aus dem Basis-Paket entfernt. Es wird empfohlen, stattdessen fastd oder WireGuard zu verwenden.
    • Tunneldigger bleibt aber als Community-Paket verfügbar, falls du es weiterhin möchtest.

Änderungen & Neuerungen

Änderungen bei der Seiten-/Konfigurationsstruktur

  • Die bisherigen GLUON_FEATURES und GLUON_PACKAGES Direktiven in der site.mk werden ersetzt durch ein neues Framework auf Basis von Lua.
  • Damit kannst du Funktionen und Pakete feinkörniger für jedes Zielgerät oder Gerätetyp konfigurieren.
  • Bestehende Konfigurationsdateien müssen angepasst werden – z. B. wird statt site.mk eine Datei image-customization.lua verwendet.
  • Zudem erlaubt dieses Framework, Geräte auszuschließen oder einzuschließen, je nachdem, ob du willst, dass sie gebaut werden oder nicht.

Neu hinzugefügte Hardware-Unterstützung

Gluon 2023.2 unterstützt jetzt zusätzlich (oder neu) folgende Zielarchitekturen bzw. Geräte:

  • armsr-armv7 – 32-Bit Arm SystemReady mit EFI-Unterstützung
  • armsr-armv8 – 64-Bit Arm SystemReady mit EFI
    • Diese Targets ermöglichen, Gluon in virtuellen Maschinen auf ARM-Systemen laufen zu lassen.
  • Viele neue Geräte unter ath79, ipq40xx, mediatek, ramips etc.
    • Beispiel: Fritz!Repeater 1750E, ASUS TUF-AX4200, Cudy WR3000, Unifi 6 Plus, ZyXEL NWA50AX Pro etc.

Entfernte Hardware-Unterstützung

Einige Geräte bzw. Plattformen wurden aus der offiziellen Unterstützung entfernt:

  • Unter ath79-generic: z. B. TP-Link Archer C60 (v1), RE355, RE450 v1
  • Bei Ubiquiti: mehrere airMax-Geräte (NanoBeam, NanoStation etc.)
    • Grund: ein ungelöstes Problem mit Write-Protect beim Flashen. Sobald das behoben ist, könnten sie wieder aufgenommen werden.
  • Unter ramips-mt7621: etwa TP-Link RE305 entfällt.

Neue Funktionen & Neuerungen

  • TLS-Unterstützung: Mit der tls-Feature-Option kann Gluon jetzt verschlüsselte HTTPS-Verbindungen für Autoupdater, Paketquellen und andere Dienste nutzen.
  • EFI-Images: Die Gluon-Builds für x86-64 unterstützen nun EFI-Bootsysteme zusätzlich zum klassischen MBR.
  • CAKE mit fastd: Als QoS-Mechanismus kann CAKE (Congestion Aware Queueing) auf Geräten mit mindestens 200 MB RAM aktiviert werden, wenn du Mesh-VPN-Grenzen (Throughput-Limits) setzt.
  • Docker-Container: Ein offizieller Gluon-Build-Container steht im GitHub Container Registry zur Verfügung – damit kannst du Gluon-Builds in einem Container ablaufen lassen.
  • GitHub Actions: Die Tests für Gluon laufen nun in Docker-Containern, die aus dem Gluon-Build-Dockerfile erzeugt werden.

Behobene Fehler (Bugfixes)

  • Fehler beim Reconfigurieren von Interface-Gruppen ohne zugewiesene Rolle behoben.
  • Host-Tools wurden während der ersten Kompilierung zweimal gebaut – das wurde korrigiert.

Große & kleinere Änderungen

Große Änderungen

  • Basis ist jetzt OpenWRT 23.05.
  • Kernel-Version: 5.15.y
  • batman-adv: Version 2023.1
  • Wireless-Backports: 6.1.24

Kleinere Änderungen

  • Für manche Geräte (z. B. D-Link DIR-825 B1) werden keine Factory-Images mehr erzeugt – stattdessen muss man mit einem OpenWRT-Image starten und dann Gluon per Sysupgrade installieren.
  • Die robots.txt verbietet jetzt das Crawlen der Statusseite.
  • Die Reihenfolge, in der Gluon-Pakete in das OpenWRT-System eingebunden werden, wurde verändert, um Site- und Gluon-Pakete zu priorisieren.
  • Bei ausreichendem Update-Fortschritt wird eine Optimierung für IPv6-Multicast im batman-adv-Netzwerk verwendet.
  • Hostapd und wpa-supplicant nutzen jetzt mbedtls statt WolfSSL.

Bekannte Probleme & Einschränkungen

  • Die Integration des BATMAN_V Routing-Algorithmus ist noch nicht vollständig.
    • Beispiel: Mesh-Nachbarn tauchen nicht korrekt auf der Statusseite auf.
    • Viele Tools sind noch auf den älteren BATMAN_IV-Metriktyp fest verdrahtet.
  • Durchsatzwerte (Bandwidth/Rate) werden mitunter falsch angezeigt, besonders bei virtuellen Interfaces wie Bridges oder VXLAN.
  • Bei vielen Ubiquiti-Geräten ist die voreingestellte Sendeleistung (TX-Power) zu hoch – es kann empfohlen sein, diese manuell zu reduzieren.
  • Wenn in Konfigurationen kein VXLAN verwendet wird, kann die MAC-Adresse der WAN-Schnittstelle modifiziert werden – selbst wenn Mesh-on-WAN deaktiviert ist.
    • Problematisch in Umgebungen mit festen MAC-Adressen, z. B. in virtuellen Maschinen, bei denen Promiscuous-Mode nicht erlaubt ist.



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